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Das Bild in Zeit und Raum

Verwandlung und Illusion

Das ehemalige Jägerzimmer des Schöninger Elmhauses überrascht. Das vormals etwas düstere und in die Jahre gekommene altväterliche Kabinett mit seinen braunen Wandvertäfelungen und gelb gerauchten Wänden voller Jagdtrophäen ist in einen freundlichen, lichtdurchfluteten Raum voll farbigen Geschehens verwandelt worden. Ein frischer Wind scheint die Stätte zu durchwehen. Die sichtbare Balkenkonstruktion der Zimmerdecke befindet sich nun direkt unter einem blauen Sommerhimmel und ruht auf gemalten Eckpfosten und Ständern, mit welchen sie im Zusammenspiel einen hellen Gartenpavillon imaginiert, der in der das „Elmhaus“ tatsächlich umgebenden Landschaft zu stehen vorgibt: im Süden erhebt sich die markante knorrige Eiche vor dem weiten Feld, im Westen ist der Hof des „Elmhauses“ zu erkennen mit seinen Nebengebäuden und Obstgehölzen, und im Norden sieht man den Waldsaum des Elms aus hochgewachsenen Rotbuchen, Wildkirschen, Ahornbäumen und Eschen.

In dieser Landschaft tummeln sich Künstler und Schaulustige. Maler haben ihre Staffeleien ins Freie gestellt und schwingen ihre Pinsel. Bildhauer bearbeiten Stein, Holz und Ton und verwandeln die verschiedenen Materialien in diverse Figuren. Bei bestem Wetter scheint ein heiteres Plein Air stattzufinden, und der Besucher darf sich wohlfühlen in der Illusion und sich entspannt und genüsslich seinen Betrachtungen hingeben.
Bei genauerem Hinsehen allerdings stellen sich einige Fragen. Die Szenerie gibt Rätsel auf und lässt den Verdacht entstehen, dass das Geschehen so ganz unbeschwert nun doch nicht ist.

(Auszug aus unserer Broschüre „Das Bild in Zeit und Raum – Verwandlung und Illusion: Claudia Hauptmann im Elmhaus Schöningen, 2017“)

Die Künstlerin

Claudia Hauptmann wurde 1966 in Eisenach geboren.
Nach einer Ausbildung zur Buchhändlerin und dem Besuch der Abendakademie der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig studierte sie in Halle an der Hochschule für Kunst und Design Malerei bei Gudrun Brüne, deren Meisterschülerin sie nach dem Erhalt des Diploms 1995 wurde.
Die Malerin kann seither auf verschiedene Wirkungsstätten und zahlreiche Ausstellungen in ganz Deutschland verweisen. Viele ihrer Arbeiten befinden sich in privaten Sammlungen und in öffentlichem Besitz. Aufträge und Studienreisen führten sie nach Norwegen, Italien und Griechenland.
Gefördert durch die Sparkassenstiftung Uecker-Randow malte sie 2001-2002 den Gartensaal des Herrenhauses Heinrichsruh (Sitz des Vorpommerschen Künstlerhauses) aus.
2004 erhielt sie den Kunstpreis des Europäischen Frauenforums und ein Arbeitsstipendium in Süddeutschland.
Seit 2006 betreibt sie ihr Atelier in Berlin Kreuzberg.

www.claudia-hauptmann.com